| SW-Filmentwicklung für Anfänger |
Richtige Entwicklung von Schwarzweißfilmen
Vorab ein Tipp für Neulinge auf dem Gebiet der SW-Filmverarbeitung :
Kaufen Sie sich einen Film mittlerer Empfindlichkeit ISO 200 / 24º (ASA / DIN) wie z.B. Ilford FP4, Ilford Delta, Agfa Agfapan, Kodak Plus X, o.ä. und den in dem Beilagezettel des Films empfohlenen Entwickler.
Belichten und Entwickeln Sie den Film genau nach diesen Angaben, dann können Sie zu 95% sicher sein, dass Sie ein gutes Ergebnis erhalten.Optimale SW- Filmentwicklung scheint aber nicht immer problemlos zu sein, insbesondere dann, wenn filmherstellerfremde Entwickler verwendet werden sollen, um z.B. die Lichtempfindlichkeit höher auszunutzen, oder um die Körnigkeit eines Filmes so klein wie möglich zu halten.
Da meist für derartige Film- Entwicklerkombinationen keine Belichtungs- und Entwicklungsangaben vorhanden sind, (Ausnahme : Tetenal gibt für seine Entwickler und fast alle handelsüblichen Filme Tabellen heraus) hilft nur eigenes Ausprobieren.
Was muss ausprobiert werden ?
1) mit welcher Entwicklungszeit muss der Film entwickelt werden,
2) mit welcher Verdünnung (Konzentration) bringt der Entwickler optimale Ergebnisse,
3) mit welcher ISO (ASA / DIN) Einstellung kann der Film dann belichtet werden.Folgende Vorgehensweise ist zu empfehlen :
Der Film wird normal belichtet d.h. wird der Film in normalem Entwickler verarbeitet (Agfa Atomal, Rodinal, Ilford ID 11), so wird die auf der Filmpackung angegebene ISO (ASA / DIN) Zahl an der Kamera oder am Belichtungsmesser eingestellt.
Wird dagegen ein Entwickler (Microphen, Emofin) verwendet der die Empfindlichkeit des Filmes höher ausnutzt, so wird natürlich die ISO (ASA / DIN) Zahl höher eingestellt
z.B.: Try-X in Microphen wie ISO 1600 / 33º (anstelle ISO 800 / 27º)
Agfapan 400 in Emofin wie ISO 1000 / 31º usw.Es ist ratsam für die Testaufnahmen von jedem Motiv 3 Belichtungen mit je einem Belichtungs- / Blendensprung nach oben und unten anzufertigen.
Man wählt bei dem Entwickler eine mittlere Verdünnung
z.B.: Rodinal l+25, oder Ultrafin 1+15, oder Microphen 1+1.
Bei der Entwicklungszeit hält man sich an die Entwicklerherstellerangaben für Filme mit gleicher Empfindlichkeit.
Ilford gibt z.B. für HP 5 in Microphen 5,5 min an, also wird Kodak Try X beim ersten Versuch ebenfalls 5,5 min in Microphen entwickelt.Ist der Film dann nach obigen Angaben belichtet und entwickelt, so beurteilt man den Film am besten über einem Leuchtkasten und sucht sich von jedem Motiv das "ideale Negativ" heraus (oder ein Fotofreund der schon Erfahrung hat hilft hierbei).
Was ist aber das Ideale Negativ ??? Dieses sollte folgendermaßen aussehen :1) Es soll in den Schatten (im Filmnegativ die hellen Stellen) noch genügend Zeichnung ausweisen, d.h. das Negativ sollte an diesen Stellen nicht glasklar sein und noch Details / Strukturen des Motivs zeigen.
2) Die Lichter (im Filmnegativ die dunklen Stellen) sollten nicht zu stark gedeckt (schwarz) sein und ebenfalls noch Details des Motivs zeigen (z.B. Falten im Gesicht, oder Sommersprossen)
3) Das Negativ sollte sich auf Papiere der "Gradation Normal" (Gradation 3) vergrößern lassen, d.h. die unter 1) und 2) aufgeführten Details im Negativ sollten auch auf der Papiervergrößerung noch sichtbar wiedergegeben werden.Was aber wenn die Idealbedingungen nicht erfüllt sind ????
Folgende Fehler können auftreten :Negativ zu hart!!!
Muss aber das Negativ auf die Papiergradation "Weich" (Gradation 0 bis 1,5) vergrößert werden, so ist die Negativgradation zu hart, was durch zu lange Entwicklungszeit, oder zu hohe Entwicklerkonzentration verursacht wird.
Abhilfe für den nächsten Versuch : Entwicklungszeit um ca. 30 bis 40 % kürzer wählen, oder den Entwickler stärker verdünnen : z.B. beim ersten Versuch wurde Rodinal 1 + 25 verwendet, für den nächsten Versuch wird jetzt die Verdünnung 1 + 50 gewählt.Negativ zu weich !!!
Muss aber das Negativ auf die Papiergradation "Hart" oder sogar "Extrahart" (Gradation 4 bis5) vergrößert werden, so ist die Negativgradation zu weich, was durch zu kurze Entwicklungszeit, oder durch zu stark verdünnten Entwickler verursacht wird.Abhilfe für den nächsten Versuch : Entwicklungszeit um ca. 30 bis 40 % verlängern, oder stärker konzentrierten Entwickler verwenden. z.B. beim ersten Versuch wurde z.B. Ultrafin 1 + 15 verwendet, für den nächsten Versuch wird jetzt die Verdünnung 1 + 5 gewählt.
Nach einigen Tests ist aber bestimmt bald das "ideale Negativ" gefunden, das sich problemlos auf sie Papiergradation "Normal" vergrößern lässt.
So ergibt sich automatisch die für (fast) alle späteren Aufnahmen gültige ISO (DIN / ASA) Einstellung an der Kamera oder dem Belichtungsmesser, sowie die richtige Entwicklungszeit und der richtigen Konzentration des Entwicklers, die optimale Ergebnisse sichertHervorragende Lektüre über diese Thema bietet Tetenal in Broschürenform, teilweise kostenlos, oder gegen geringe Schutzgebühr. Auch Agfa, Ilford und Kodak und andere Filmhersteller bieten Informationsmaterial an.
Bruno Erni
Viel
Spaß beim Eintesten der idealen Film- Entwicklerkombination
wünscht Ihnen der FFC
|| HOME ||
©15. Mai 1997 Foto- und Filmclub Ketsch e.V. Bruno Erni