Unscharfe Vergrößerungen vermeiden

Manche Vergrößerungsgeräte und deren glaslose Bildbühnen haben die Eigenschaft, dass bei längerer Belichtungszeit das eingelegte Negativ (oder auch Dia) nach einer gewissen Zeit springt und so in eine anderen Schärfenebene gelangt.
Dies kann zu unscharfen Vergrößerungen führen, insbesondere bei Großvergrößerungen ab 20x30 cm, wo oft doch recht lange Belichtungszeiten benötigt werden.
Das Springen kommt daher, dass insbesondere bei Kondensatorbeleuchtungseinrichtungen (bei Halogenkaltlichtbeleuchtungseinrichtung ist dies seltener der Fall), hoher Lichtleistung (150 Watt Birne) und langen Belichtungszeiten, das Negativ durch die Erwärmung in eine andere Lage springt, ähnlich wie bei der Diaprojektion im Diaprojektor.

Dieses Springen ist sogar meist von Vorteil, da das Negativ im Normalzustand immer gewölbt ist und insbesondere dann wenn beim Vergrößern Blende 5,6 oder 5,6 / 8 verwendet wird, in diesem gewölbten Zustand starke Randunschärfen entstehen würden.
Springt nun das Negativ, dann liegt es meist sehr genau gerade (plan) und man kann sogar mit Blende 5,6 keine Randunschärfen feststellen.
(Allerdings sollte man Blende 5,6 nicht standardmäßig verwenden, sondern Blende 8 ist die Standardblendeneinstellung beim Vergrößern)

Wird dieses Springen am eigenen Vergrößerungsgerät festgestellt, dann sollte man folgende Vorgehensweise einhalten :

- Negativ in die Bildbühne legen und das Licht des Vergrößerers anschalten (Dauerlicht)
- warten bis das Negativ gesprungen ist (dies ist gut zu sehen auf dem projizierten Bild auf dem Vergrößerungsrahmen)
- Schärfe bei offener Blende nachregulieren
- Blende schließen
- Rotfilter vor das Objektiv schwenken
- Vergrößerungspapier auf / in den Vergrößerungsrahmen legen
- Dauerlicht des Vergrößerers ausschalten
- sofort den Rotfilter wegschwenken und
- sofort die Belichtung starten.

Diese Arbeitsweise gewährleistet, dass das Negativ in seiner planen Lage bleibt und nicht wieder zurückspringen kann.
Mit dieser Methode sind eigentlich immer randscharfe Vergrößerungen zu erzielen.

Bruno Erni

Viel Erfolg beim Vergrößern wünscht Ihnen der FFC


|| HOME ||

© 1. Februar1998 Foto- und Filmclub Ketsch e.V.  Bruno Erni