Sprachaufnahmen für die Diaschau
(Multimediaschau / Tonbildschau / Diaporama)

Mikrophon

Zum Aufnahmegerät ist ein elektrisch passendes Mikrophon verwenden.
Es gibt Geräte mit nieder-, mittel-, und hochohmigen Eingängen und dazu passende Mikrophone.
Es kann also nicht ein niederohmiges Mikrophon an einen hochohmigen Geräteeingang angeschlossen werden, sondern immer nur gleichwertige Typen.
Aber auch dann kann es zu Schwierigkeiten führen, da die Kontaktbelegung nicht immer gleich ist und ggf. der Stecker des Mikros auf eine andere Kontaktbelegung umgelötet werden muss, (Sennheiser Mikrophonfibel und Anschlussliste)
Soll ein niederohmiges Mikro an einen mittel-, oder hochohmigen Eingang angeschlossen werden, so ist dies mit einem sogenannten Übertrager (Schnurübertrager) möglich.
Billige Mikros sollte man nicht verwenden, da diese auch bei einfachen Sprachaufnahmen keine optimale Qualität liefern und zu viele Nebeneffekte aufweisen.
75,- bis 100,- € sollten schon angelegt werden.

Richtwirkung

Mikros werden mit verschiedenen Richtwirkungen hergestellt, z.B. Kugel, Niere, Super-Niere, Keule usw.
Das Mikro mit Kugelcharakteristik nimmt den Schall von allen Seiten gleich stark auf, was den Nachteil hat, dass auch unerwünschte Geräusche mit aufgenommen werden.
Für unsere Zwecke ist ein Mikro mit Niere, oder noch besser Keule ,das eine noch stärkere Richtwirkung hat und somit Störgeräusche weitgehendst ausschaltet, gerade richtig.

Aufstellung

Das Mikro sollte niemals auf den selben Tisch gestellt werden wo auch das Tonbandgerät oder der Recorder steht, sonst werden alle Laufgeräusche mit aufgenommen.
Es sollte auf ein Stativ gestellt werden (nicht in der Hand halten)
Für die Tonaufnahme sucht man den ruhigsten Raum in der Wohnung aus der durch Teppiche und Möbel gut bedämpft sein sollte, sonst klingt die Aufnahme hohl und hallig.
Auch auf Nebengeräusch achten wie Leuchtstoffröhre (Brumm) Kühlschrank , Tiefkühltruhe, Geräusche vom Nachbar oder von der Straße usw.
Das Tonbandgerät/Recorder sollte in einiger Entfernung vom Mikro aufgestellt werden, um die Laufgeräusche und die Schaltvorgänge nicht mit auf zunehmen.
Ist man gezwungen die Texte zu sprechen und gleichzeitig die Geräte zu bedienen, so sollte das Tonbandgerät / Recorder mit Kissen oder Decken etwas abgeschirmt werden (aber nicht zudecken !) um die Geräusche zu mindern.
Auch die Bedienung über eine Fernbedienung (mindestens die Start/Pause-Funktion) ist sehr von Vorteil.

Mikrophonbesprechung

Der Sprecher sollte etwas schräg in das Mikrophon sprechen, was meist ist eine gute Dämpfung der Zischlaute und der lauteren Buchstaben bringt.
Etwas Übung des Sprechers in der Aussprache verbessert das Zischen noch weiter, so, dass eine natürliche Textwiedergabe möglich wird.
(Auch auf richtigen Abstand des Mikros achten 20 - 30 cm)

Die eigene Sprache

Kommt zum erstenmal die eigene Sprachaufnahme über den Lautsprecher, so könnte man wetten, dass dies nicht die Stimme von einem selbst ist, oder man tippt auf ein kaputtes Mikro oder Aufnahmegerät.
Spielt man aber die Aufnahme dann einem Familienangehörigen vor, so wird dieser bestätigen, dass die Stimme sehr echt wirkt.
Das hängt damit zusammen, dass man seine eigene Stimme nicht nur über die Ohren, sondern auch über den Körper hört.

Sprachaufnahmen

Die meisten Menschen haben vor einem Mikro höllischen Respekt und sogar sprachgewandte Menschen verplappern sich bei der Aufnahme öfters. Hier hilft nur fleißiges Üben um die Scheu zu verlieren.
Das hängt damit zusammen, dass man sich plötzlich gewählt und fehlerfrei ausdrücken will und zudem noch versucht hochdeutsch zu sprechen.
Bei der Sprachaufnahme sollte versucht werden (zumindest bei den ersten Versuchen), so zu reden wie einem der Schnabel gewachsen ist.
Beim Abhören merkt man dann sehr schnell was an der Sprache noch zu verbessern ist. (z.B. die Aussprache der einzelnen Worte um die Verständlichkeit zu verbessern, oder verschiedene Laute anders zu sprechen damit sie besser klingen)
Ist die eigene Sprache beim besten Willen nicht verwendbar, so startet man Versuche mit Personen der Familie, Verwandtschaft oder mit Freunden. Geduld ist allerdings auch hier angesagt. Wenn alle Stricke reißen, dann kann man immer noch zu einem professionellen Sprecher greifen, der allerdings stolze Preise verlangt.
Auch sollte man kein Amtsdeutsch oder Schriftdeutsch verwenden, die Aussprache sollte nicht affektiert, geschwollen oder unnatürlich klingen. Am besten wird normales Konversationsdeutsch gesprochen.
Die Texte sollten zügig, aber nicht schnell oder zu tranig, vorgetragen werden.
Die Texte sollten auch dahingehend überprüft werden. ob sich nicht einzelne Worte, oder sogar ganze Satzteile (öfters) wiederholen.

Vor der endgültigen Aufnahme sollte der Text mehrfach laut vorgelesen werden und eine Probeaufnahme wird zeigen, ob alles optimal ist, oder ob noch Verbesserungen notwendig sind.
Um bei der Aufnahme ein Rascheln der Textblätter zu vermeiden, sollten diese in Kunststoffhüllen eingelegt werden, oder man bereitet die Textblätter so vor, dass nicht umgeblättert werden muss.

Sprecher

Bei bestimmten Diaschauen, kann es vorteilhaft sein, anstelle einer Männerstimme eine Frauenstimme sprechen zu lassen.
Auch kann eine Männerstimme und eine Frauenstimme abwechselnd sprechen je nach Textpassage.
Eine gewisse Auflockerung bringt es schon, wenn zwei verschiedene Männer- oder Frauenstimmen die Kommentare sprechen.
Auch beim besten Sprecher sollte die Sprachaufnahme nicht für längere Zeit unterbrochen werden, da sonst das Tempo, die Art des Vortrages , die Begeisterung usw. sich verändern könnte und somit keinen nahtlosen Anschluss an die vorige Aufnahme gewährleistet.
Muss trotzdem eine Aufnahme für längere Zeit unterbrochen werden, muss unbedingt das Mikrophon und das Aufnahmegerät so stehen bzw. eingestellt bleiben, denn schon eine Drehung des Mikrophons in eine andere Richtung oder eine geringfügig veränderte Aussteuerung kann ein anderes Klangbild ergeben.

Verständigung

Bei der Vertonung der Diaschau ist es sehr schwierig, wenn der Sprecher auch noch die Geräte bedienen soll.
Am besten betätigt sich ein Familienmitglied als Techniker, und wenn es nur der vierjährige Sohn oder Tochter ist, welcher die Start/Stopptaste des Recorders/Tonbandes bedient.
Allerdings ist es unerlässlich vorher einige Zeichen zu vereinbaren die geräuschlos verständlich machen was zu tun ist.

Der erhobene Zeigefinger = Achtung Aufnahme, bitte Ruhe.
Sinkenlassen der Hand = Spielbeginn.
Daumen und Zeigefinger gegeneinander bewegen = bitte sprechen.

Textaufbau

Möglichst kurze prägnante Kommentare, nicht ununterbrochen sprechen, sonst geht das wichtige in allgemeinen Sprachwirrwarr unter.
Was sowieso auf den Bilder zu sehen ist braucht nicht noch einmal gesagt zu werden. Beispiel : hier sehen sie das Meer.
Besser ist der Satz "Das Meer an der Küste von ......... ist zum Baden sehr einladend, aber wegen den tückischen Strömungen kann leider nur an wenigen, gekennzeichneten Stellen gebadet werden".

Schaltknackser

Viele Tonbandgeräte/Recorder verursachen beim Einschalten auf Aufnahme, beim Umschalten von Pause auf Start und insbesondere beim Umschalten von Aufnahme auf Stopp, Schaltknackser, die mit auf das Band gelangen und hinterher schwach bis stark zu hören sind.
Den Pause/Start-Knack kann man meist nicht vermeiden, er ist in der Regel auch kaum störend hörbar.
Den Aufnahme/Stopp- Knack kann man vermeiden indem man nach Ende der Textpassage das Band etwas weiter laufen lässt, nach Neubeginn wird dann an der richtigen Stelle begonnen. Dadurch wird der Knack wieder gelöscht.
Bei Bandgeräten kann auch der Einschaltknack fast ganz beseitigt werden, wenn etwas weiter hinten begonnen und per Hand zum Ausgangspunkt zurückgefahren wird.
Bei Recordern ist dies nur mit Trick 17 möglich.

Computer

Im Zeitalter der Digitalisierung sind Sprachaufnahmen selbstverständlich auch mit einem Computer möglich.
Hierfür wird eine Soundkarte, ein Mikrofon und Software benötigt, mit der dann die Sprachaufnahme nachbearbeitet werden kann.
Die Nachbearbeitung ist mit dem Computer wesentlich einfacher, als mit herkömmlichen Geräten.
Mit dem Computer und der entsprechenden Software ist es auch sehr einfach Textpassagen mit Musik zu hinterlegen (eigentlich muss man sagen : Die Textpassagen in das Musikstück einfügen).
Bessere Programme erlauben auch einzelne Textpassagen frei zu verschieben, so, dass beim Einblenden eines bestimmten Dias auch zeitlich richtig der Text beginnt, bzw. der Text auch zum Musikstück richtig passt.

Bruno Erni

Viel Erfolg bei der Tonaufnahme wünscht Ihnen der FFC


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© 1. Februar1998 Foto- und Filmclub Ketsch e.V.  Bruno Erni