| Aufbewahrungsflaschen für Entwicklerlösungen |
Kunststoffflaschen
In der Fachpresse werden zum Aufbewahren, insbesondere für Entwicklerlösungen, immer wieder Kunststofflaschen vorgeschlagen, meist solche die ähnlich einer Ziehharmonika zusammengedrückt werden können, um die Entwicklerflüssigkeit bis zum oberen Rand und somit die Luft ganz aus der Flasche herauszudrücken.Dies hat den Vorteil, dass in der Flasche kein schädlicher Luftsauerstoff vorhanden ist, der mit dem Entwickler oxidieren kann und so den Entwickler schnell unbrauchbar machen würde.
Leider wird übersehen, dass bei Kunststofflaschen der Luftsauerstoff auch von außen durch die Flaschenwand, wenn auch nur in geringsten Mengen, hindurchkriecht und so den Entwickler angreift. (man sieht dies an den dunklen Ablagerungen in der Flasche)
Durch die Form der Zieharmonikaflaschen wird die Oberfläche der Flasche noch verdoppelt, so, dass der Sauerstoff noch intensiver angreifen und den Entwickler noch früher unbrauchbar werden lässt.
Wird der Entwickler (insbesondere schon halbwegs verbrauchter Entwickler) nicht über einen längeren Zeitraum aufbewahrt, sondern innerhalb einiger Tage verwendet, so ist grundsätzlich nichts gegen Kunststofflaschen einzuwenden.
Allerdings sollten die Kunststofflaschen ab und an mit "Schalenreiniger" (Tetenal, Kodak, Agfa) gereinigt werden (danach mehrfach mit klarem Wasser die Flaschen ausspülen).
Dieser Schalenreiniger entfernt den Oxidationsbelag in den Flaschen, der auch frisch angesetzten Entwickler schnell unbrauchbar machen würde.Glasflaschen
Soll der Entwickler aber etwas länger aufbewahrt werden, bietet sich als Alternative zu den Kunststofflaschen dunkelbraune Glasflaschen an, die mit einem guten Schraubdeckel versehen sind.In Glasflaschen hält sich Entwickler mindestens doppelt so lange wie in Kunststofflaschen (dies gilt sowohl für Entwicklerkonzentrat, als auch für Entwicklergebrauchslösungen).
Die Aufbewahrung sollte aber möglichst kühl (unter 20 Grad) und an einem dunklen Ort (Schrank) sein.
(Beispiel : Filmentwickler Ilford Microphen, den ich als Einmalentwickler verwende, hält bei mir problemlos 12 Monate, ohne Qualitätsverlust).
Empfindliche Colorentwickler kann man zusätzlich noch mit Schwergas schützen.Leider haben die Glasflaschen auch einen Nachteil : Sie gleiten leicht aus der Hand, insbesondere wenn sie nass sind.
Abhilfe : die Flasche mit einigen Streifen Textilklebeband (Tesaband) umwickeln.Bruno Erni
Nun wünschen wir viel Spaß bei der SW-Laborarbeit
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© 12. Dezember 1996 Foto- und Filmclub Ketsch e.V. Bruno Erni